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Hautanalyse per Selfie: was eine KI-Hautanalyse zeigt und was nicht

2. September 202611 Minutenvon Marco Mori

Kurz: Eine KI-Hautanalyse liest ein Selfie und beschreibt, was auf der Hautoberfläche zu sehen ist: Gleichmäßigkeit des Hauttons, Struktur, Glanz, Trockenheitszeichen. Daraus wird meist eine Zahl zwischen 0 und 100 plus mehrere Einzelbereiche. Das ist eine kosmetische Momentaufnahme, keine medizinische Beurteilung.

Ihr Wert liegt fast vollständig in der Wiederholung. Ein einzelner Scan sagt wenig, acht Scans im Wochenabstand unter gleichem Licht zeigen eine Richtung. Was eine App nicht kann: unter die Haut sehen, Muttermale beurteilen oder eine Diagnose stellen. Dafür gibt es die Hautarztpraxis.

„Hautanalyse“ steht heute für drei ziemlich verschiedene Dinge: ein Gerät auf dem Tresen einer Parfümerie, ein Selfie-Werkzeug auf der Website eines Kosmetikherstellers, und eine App auf dem eigenen Telefon. Die Technik dahinter überschneidet sich, die Frage, die sie beantworten, ist eine andere. Diese Seite sortiert das, erklärt, wie aus einem Foto eine Zahl wird, und benennt die Grenzen, bevor jemand anderes es tut.

Was ist eine Hautanalyse überhaupt?

Eine Bestandsaufnahme dessen, was gerade sichtbar ist. Kein Urteil über die Haut, kein Zeugnis, und ausdrücklich keine Diagnose. Klassisch macht das eine Kosmetikerin mit Lupenleuchte und Blick; digital macht es ein Bildmodell auf einem Foto.

Was dabei gelesen wird, ist in allen Varianten ungefähr dasselbe: wie gleichmäßig der Hautton wirkt, wie fein oder grob die Oberfläche aussieht, wo die Haut glänzt, wo sie stumpf oder trocken wirkt. Nichts davon liegt unter der Haut. Alles davon ist Oberfläche, und genau das ist der Bereich, in dem Pflege überhaupt arbeitet.

Wie funktioniert eine KI-Hautanalyse per Selfie?

In vier Schritten, die sich zwischen den Anbietern kaum unterscheiden:

  1. Aufnahme. Ein oder mehrere Selfies hintereinander. Mehrere Einzelbilder sind besser als eines, weil ein einzelner Frame unscharf oder unglücklich belichtet sein kann.
  2. Normalisierung. Das Bild wird auf eine einheitliche Größe und Helligkeit gerechnet, bevor irgendetwas bewertet wird. Ohne diesen Schritt bewertet man vor allem die Lampe im Raum.
  3. Bewertung in getrennten Bereichen. Nicht eine Note, sondern mehrere. Bei Baselit sind es fünf: Klarheit, Ebenmäßigkeit, Textur, Feuchtigkeit und Ausstrahlung.
  4. Zusammenfassung. Aus den Einzelbereichen wird eine Gesamtzahl, meist auf einer Skala von 0 bis 100.

Der interessante Teil ist nicht die Zahl, sondern was danach passiert. Eine Analyse, die nur eine Zahl ausgibt, lässt dich mit der Zahl allein. Nützlich wird sie erst, wenn daraus eine konkrete Reihenfolge von Pflegeschritten wird und wenn in ein paar Wochen noch einmal nachgesehen wird.

Wie entsteht ein Hautscore von 0 bis 100?

Aus den Einzelbereichen, gewichtet und zusammengefasst. Die Skala ist eine Konvention, kein Naturmaß: 0 bis 100 liest sich leicht, mehr steckt nicht dahinter.

Zwei Dinge machen den Unterschied zwischen einer Zahl, mit der man arbeiten kann, und einer, die nur nett aussieht. Erstens die Stabilität: dasselbe Foto muss denselben Wert ergeben, sonst misst man Zufall. Zweitens eine Rauschgrenze: kleine Ausschläge zwischen zwei Scans sind normal und sollten nicht als Veränderung ausgegeben werden. Ausführlich steht das auf der Seite Wie Hautscores funktionieren.

Die einzige Vergleichsgruppe, die zählt, bist du selbst. Ein Hautscore ist zwischen zwei Menschen so aussagekräftig wie ein Vergleich zweier Fotos aus zwei verschiedenen Wohnungen. Zwischen deinem Scan von heute und deinem Scan von vor acht Wochen ist er dagegen brauchbar, solange Licht und Haltung gleich geblieben sind.

Was kann eine Hautanalyse-App zeigen, und was nicht?

KI-Hautanalyse per Selfie: die ehrliche Grenze
FrageAntwortWarum
Wie gleichmäßig wirkt mein Hautton?JaReine Oberflächen-Information, gut aus einem Foto lesbar.
Wo glänzt meine Haut?JaGlanz ist Licht auf der Oberfläche und damit sichtbar.
Wie fein wirkt meine Hautstruktur?JaSichtbar, sofern das Bild scharf genug ist.
Verändert sich etwas über acht Wochen?Ja, das ist die StärkeDer Vergleich mit sich selbst ist der belastbarste Teil.
Wie viel Feuchtigkeit hat meine Haut wirklich?Nur als EindruckAus einem normalen Selfie ist das ein Eindruck aus sichtbaren Merkmalen, keine Messung mit einer Sonde.
Ist dieses Muttermal in Ordnung?NeinGehört in die Hautarztpraxis. Kosmetische Apps prüfen keine Muttermale.
Welche Hauterkrankung habe ich?NeinEine kosmetische App stellt keine Diagnose und darf es auch nicht.
Was passiert unter der Hautoberfläche?NeinEin Foto zeigt Oberfläche. Alles Tiefere braucht andere Verfahren.

Hautanalyse-App, Gerät in der Parfümerie oder Hautarztpraxis?

Drei verschiedene Werkzeuge für drei verschiedene Fragen. Keines ersetzt die anderen, und es ist einfacher, als es klingt:

wofür welche Hautanalyse gemacht ist
WegBeantwortetBeschränkung
App auf dem eigenen Telefon„Bewegt sich etwas, seit ich meine Pflege umgestellt habe?“Licht und Haltung sind nicht kontrolliert, also braucht es Disziplin bei der Aufnahme.
Geräte-Analyse im Handel, etwa die Hautanalyse bei Douglas oder in Drogeriemärkten„Wie sieht meine Haut heute unter kontrolliertem Licht aus, und was empfiehlt mir jemand dazu?“Ein Termin, kein Verlauf. Die Beratung ist an ein Sortiment gebunden.
Marken-Tool wie L'Oréal Skin Genius„Welche Produkte dieser Marke passen zu meinem Selfie?“Der Vorschlagsraum ist das eigene Sortiment der Marke.
HautarztpraxisAlles Medizinische: was schmerzt, blutet, nicht abheilt, sich schnell verändert, und jedes Muttermal.Kein Werkzeug für wöchentliches Nachsehen im Badezimmer.

Das ist keine Rangliste. Eine Geräte-Analyse vor Ort liefert an ihrem Termin sauberere Bilder als jedes Selfie, weil Kamera und Licht feststehen. Eine App liefert schlechtere Einzelbilder, dafür zwanzig davon über fünf Monate. Wer wissen will, ob eine Umstellung etwas bewirkt hat, braucht die zwanzig.

Wie genau ist eine KI-Hautanalyse?

Genau genug für Richtungen, zu ungenau für Kommastellen. Die größte Fehlerquelle sitzt nicht im Modell, sondern im Bad: dieselbe Haut sieht am Fenster, unter einer Deckenlampe und im Spiegelschrank verschieden aus. Wer den Ort wechselt, misst das Licht.

Die zweite Fehlerquelle ist der Zeitpunkt. Morgens direkt nach dem Aufstehen, nach dem Sport, am Tag nach einer kurzen Nacht: das sind drei verschiedene Ausgangslagen. Deshalb ist die nützlichste Regel bei jeder Hautanalyse-App banal und trotzdem der ganze Trick: gleicher Platz, gleiche Uhrzeit, gleicher Abstand.

Wie machst du ein Selfie, das vergleichbar bleibt?

01
Tageslicht suchen

Stell dich mit dem Gesicht zum Fenster, nicht mit dem Rücken. Kein Blitz, kein Gegenlicht, keine bunte Lampe im Rücken. Licht ist der größte Störfaktor jeder Hautanalyse.

02
Gesicht reinigen und nichts auftragen

Ohne Make-up, ohne frisch aufgetragene Creme, ohne Sonnenschutz. Ein Film auf der Haut ändert Glanz und Ton und damit das Ergebnis.

03
Kamera auf Augenhöhe halten

Frontal, neutraler Gesichtsausdruck, Haare aus dem Gesicht, Brille ab. Von unten fotografiert ist eine andere Haut als frontal fotografiert.

04
Denselben Platz merken

Notier dir Fenster, Uhrzeit und Haltung. Beim nächsten Scan dieselbe Kombination. Nur dann vergleicht der Verlauf Haut und nicht Beleuchtung.

05
Eine Woche warten

Nicht täglich scannen. Ein Wochenabstand über acht Wochen ergibt eine Linie, ein Tagesabstand ergibt Rauschen.

Was macht man mit dem Ergebnis?

Eine Analyse allein verändert nichts. Aus einer Zahl wird erst dann etwas, wenn drei Dinge daraus folgen: eine kleine Zahl konkreter Produkte, ein fester Platz für jedes davon morgens und abends, und ein Termin für das nächste Nachsehen.

Der häufigste Fehler nach einer Hautanalyse ist der Einkauf von sechs neuen Flaschen auf einmal. Danach lässt sich nicht mehr sagen, welche davon etwas gebracht hat und welche für ein spannendes Gesicht gesorgt hat. Ein kräftiger Wirkstoff plus milde Begleiter ist eine vollständige Routine; welche Kombinationen sich dabei wirklich in die Quere kommen, steht auf der Seite Welche Skincare-Wirkstoffe darf man nicht kombinieren.

Wie Baselit die Hautanalyse macht

Ohne Werbetexte, nur das, was gebaut ist:

Und die Grenzen, die wir selbst benennen: Feuchtigkeit ist aus einem RGB-Selfie ein Eindruck aus sichtbaren Merkmalen und keine Sondenmessung. Muttermale werden nicht geprüft. Gleichmäßiges Licht ist Voraussetzung. Die App gibt es für iPhone; eine Android-Fassung und eine Web-Version gibt es nicht.

Häufige Fragen

Was ist eine Hautanalyse?
Eine Hautanalyse ist eine Bestandsaufnahme dessen, was an einer Haut gerade sichtbar ist: Gleichmäßigkeit des Hauttons, Oberflächenstruktur, Glanz, Trockenheitszeichen. Sie ist eine kosmetische Momentaufnahme und keine medizinische Beurteilung. Ihr Wert liegt weniger im einzelnen Ergebnis als im Vergleich zweier Aufnahmen im Abstand von Wochen.
Wie funktioniert eine KI-Hautanalyse per Selfie?
Die App nimmt ein Selfie auf, oft mehrere Einzelbilder hintereinander, und rechnet das Bild zuerst auf eine vergleichbare Größe und Helligkeit um. Danach bewertet ein Bildmodell mehrere getrennte Bereiche, zum Beispiel Klarheit, Ebenmäßigkeit, Textur, Feuchtigkeit und Ausstrahlung, und fasst sie zu einer Zahl zusammen. Gelesen wird ausschließlich, was auf der Hautoberfläche zu sehen ist.
Wie entsteht ein Hautscore von 0 bis 100?
Aus mehreren Einzelbewertungen, die zu einem Gesamtwert zusammengefasst werden. Bei Baselit sind es fünf Bereiche: Klarheit, Ebenmäßigkeit, Textur, Feuchtigkeit und Ausstrahlung. Die Zahl ist eine Skala, kein Zeugnis. Interessant ist die Richtung von einem Scan zum nächsten, nicht der Absolutwert an einem einzelnen Tag.
Wie genau ist eine KI-Hautanalyse?
Genau genug, um Veränderungen über Wochen sichtbar zu machen, und ungenau genug, dass man sie nicht auf die Kommastelle lesen sollte. Der größte Störfaktor ist das Licht: dieselbe Haut sieht am Fenster und unter Deckenlicht verschieden aus. Deshalb ist der Vergleich mit sich selbst unter gleichen Bedingungen aussagekräftig, der Vergleich mit anderen Menschen dagegen nicht.
Was kann eine Hautanalyse-App nicht?
Sie sieht nur die Oberfläche auf einem Foto. Sie stellt keine Diagnose, sie ersetzt keine ärztliche Untersuchung, und sie prüft keine Muttermale. Feuchtigkeit ist auf einem normalen Selfie ein Eindruck aus sichtbaren Merkmalen und keine Messung mit einer Sonde. Alles, was unter der Haut liegt oder abgetastet werden muss, liegt außerhalb dessen, was ein Bild hergibt.
Hautanalyse-App oder Gerät in der Parfümerie: was ist besser?
Sie beantworten verschiedene Fragen. Ein Gerät vor Ort arbeitet mit fester Kameraposition und eigenem Licht und liefert deshalb an einem Termin sehr saubere Bilder, dazu eine Beratung durch einen Menschen. Eine App liefert weniger kontrollierte Aufnahmen, dafür regelmäßig und über Monate. Wer wissen will, ob die eigene Pflege über acht Wochen etwas bewegt, braucht die Wiederholung, nicht den einen perfekten Termin.
Ersetzt eine Hautanalyse-App den Gang zur Hautärztin?
Nein, und keine seriöse App behauptet das. Kosmetische Apps beschreiben das Erscheinungsbild der Haut. Alles, was schmerzt, blutet, sich schnell verändert, nicht abheilt oder ein Muttermal betrifft, gehört in eine Arztpraxis. Manche Apps, Baselit eingeschlossen, weisen aktiv darauf hin, wenn ein Ergebnis in diese Richtung deutet.
Wie mache ich ein Selfie, das eine gute Grundlage ist?
Tageslicht von vorn, kein Gegenlicht, kein Blitz. Gesicht gereinigt, ohne Make-up, ohne frisch aufgetragene Creme. Kamera auf Augenhöhe, neutraler Gesichtsausdruck, Haare aus dem Gesicht. Und der wichtigste Punkt: beim nächsten Mal denselben Platz, dieselbe Tageszeit und dieselbe Haltung wählen, sonst vergleichst du Licht statt Haut.
Wie oft sollte man die Haut scannen?
Einmal pro Woche ist ein sinnvoller Rhythmus. Haut verändert sich langsam, und tägliche Scans zeigen vor allem Schlaf, Licht und Tagesform. Ein Wochenabstand über acht Wochen ergibt eine Linie, aus der man tatsächlich etwas ablesen kann.
Was macht man mit dem Ergebnis einer Hautanalyse?
Aus der Analyse allein wird nichts besser; sie ist eine Bestandsaufnahme. Nützlich wird sie erst, wenn daraus eine konkrete Reihenfolge von Produkten wird, die man morgens und abends wirklich aufträgt, und wenn man in ein paar Wochen erneut nachsieht. Genau deshalb hängen bei Baselit Scan, Routine und Wiederholung zusammen.

Baselit ist eine kosmetische Haut-App und kein Medizinprodukt. Diese Seite beschreibt das sichtbare Erscheinungsbild der Haut und wie man es über Wochen vergleicht. Sie stellt keine Diagnose und ersetzt keinen Besuch bei Ärztin oder Arzt.

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